In einem Spiel, das weniger durch Intensität oder Emotionen, sondern vielmehr durch eine auffällig offene Defensive auf beiden Seiten geprägt war, setzte sich der HBC Wittenberg am Samstagabend mit 39:34 (19:15) gegen den BSV „Fichte“ Erdeborn durch. Während die offensive Ausbeute der Gastgeber erneut überzeugte, bleibt die hohe Anzahl an Gegentoren ein klarer Hinweis auf weiterhin vorhandene Baustellen im Abwehrverbund.
Erste Halbzeit: Viele Tore, wenig Zugriff
Die Partie startete torreich und ohne großes Abtasten. Beide Mannschaften fanden offensiv früh Lösungen, doch defensiv boten sich enorme Lücken. Der HBC profitierte zwar von guter individueller Abschlussqualität, bekam aber insbesondere Erdeborns Rückraum und Eins-gegen-Eins-Aktionen kaum kontrolliert.
Wittenberg konnte sich dennoch nach etwa 20 Minuten erstmals leicht absetzen und ging mit einer 19:15-Führung in die Pause. Die Vier-Tore-Führung war verdient, resultierte jedoch weniger aus defensiver Stabilität, sondern vielmehr aus besserer Chancenverwertung.
Zweite Halbzeit: Offensives Feuerwerk ohne echte Spannung
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum: Angriffe liefen flüssig, Abschlüsse saßen, doch die Defensivarbeit blieb auf beiden Seiten eher optional. Der HBC legte offensiv weiter konstant nach und hielt den Gegner über weite Strecken im Bereich von vier bis sechs Toren Abstand – ohne aber jemals echte Dominanz in der Abwehr zu entwickeln.
Positiv herauszuheben:
Ben Langner wurde mit insgesamt 10 Treffern verdient zum MVP der Partie gewählt.
Miami holte sich den zweiten MVP-Platz – ebenfalls mit wichtigen Treffern und starken Momenten im Angriffsspiel.
Kurioses Highlight: Drei Wittenberger in den letzten Sekunden
Die spektakulärste Szene des Abends ereignete sich allerdings erst kurz vor Schluss. In der 59. Minute kam es zu einer hoch diskutablen Doppelstrafe gegen Jeremy Engel – kombiniert mit Siebenmeter für Erdeborn und zusätzlichen 2 Minuten.
Die Proteste darüber führten unmittelbar zur nächsten Hinausstellung.
Damit stand der HBC plötzlich nur noch mit drei Feldspielern auf der Platte – und das für fast die gesamten letzten 50 Sekunden.
Trotz dieser seltenen Unterzahlsituation brachten die Gastgeber die Führung ins Ziel und setzten schließlich den letzten Treffer zum 39:34.
Fazit
Der HBC Wittenberg bleibt offensiv eine Bank – 39 Tore sprechen für sich.
Allerdings unterstreichen 34 Gegentore erneut, dass die Mannschaft defensiv nicht stabil genug agierte. Das Spiel war über weite Strecken emotional flach, ohne größere Härte oder Spannung, dafür aber mit extrem vielen einfachen Toren.
Für die kommenden Aufgaben wird es entscheidend sein, die Abwehrarbeit zu verbessern, um in engeren Spielen nicht in Schwierigkeiten zu geraten.
Für die Wittenberger spielten: Fynn, Brandi (Tor), Trolli (3), Jay (2), Klausi, Fiete, Kevin (6), Lennart (4), Ben (10/4), Lasse (5), Hannes (4), Miami (5), Homer
Bank: Mo, Berti, Martin.
Adresse:
HBC Wittenberg
Straße der Befreiung 113
06886 Wittenberg
